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"Thomas Rühmann & Band" - eine musikalische Lebensreise voller Poesie und Energie
Mölln, 17.10.2025 / Hitzacker, 18.10.2025 - Kraftvolle Klänge, sanfte leise Töne, witzige Anekdoten, nachdenkliche Geschichten, Bekanntes in neuem Gewand,
richtige und falsche Lieder: "Thomas Rühmann & Band" nahmen das Publikum mit auf eine ganz besondere "Lebensreise". Zwei Konzerte im Rahmen der Herbsttour - zunächst in Mölln, einen Tag
später in Hitzacker (Elbe) - wurden zu bewegenden Abenden voller Musik und Lebensfreude.
"Wir musizieren so unbändig gerne miteinander, wir würden es auch ohne Sie tun. Aber mit Ihnen ist es schöner!", sagte Thomas Rühmann zu Beginn. Das nahm man den fünf Musikern sofort ab. Schon mit den ersten Takten des Eröffnungssongs sprang ihre Spielfreude auf das Publikum über.
Im Mittelpunkt:
Thomas Rühmann, der mit seinen Gitarren, seiner markanten Stimme und dem trockenen Humor musikalisch und schauspielerisch durch das Programm führte. Zu hören waren einige
der von "Thomas Rühmann & Band" bekannten "falschen Lieder", bei denen Songs der Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel und Gerhard Gundermann mit Melodien von Bon Iver, Neil Young, Lambchop und
anderen versehen werden.
Selbstverständlich fanden auch "Richtige Lieder" von der gleichnamigen CD, eigene Musik zu Texten deutscher Dichter, ihren Platz im Repertoire. So zum Beispiel Songs wie "Im Grund", "Spätes
Lied", "Du fehlst" und "Ach, wie war das Leben". Wie in jedem Konzert durfte die immer wieder bewegende Hommage
"Ich liebe Dich" für Hendrikje Fitz, Rühmanns verstorbene Kollegin und "Lebensfreundin", wie er es formulierte, nicht fehlen.
Nicht nur Thomas Rühmann, auch die anderen Bandmitglieder konnten während des Konzertes ihre Virtuosität an ihren Instrumenten eindrucksvoll demonstrieren:
Michael Ritter verstand es meisterhaft, die Saiten seiner E-Gitarre zum Leben zu erwecken - mal kraftvoll und energiegeladen, mit packenden Riffs und mitreißenden Soli, dann
wieder sanft und melodisch.
Lexa Thomas am Bass bildete das stabile Rückgrat der Band: mit präzisem Spiel und feinem Gespür für Rhythmus schuf er das klangliche Fundament, das den Songs nicht nur harmonische Struktur, sondern auch spürbare Tiefe verlieh.
Gören Eggert begeisterte am Schlagzeug mit einem Zusammenspiel aus rhythmischer Präzision, feinen Nuancen und energiegeladenen Soli. Er trieb die Stücke voran, ohne die Balance zwischen Power und Gefühl zu verlieren. Für eine kleine Überraschung sorgte er mit einem Song-Intro auf dem Flügelhorn und brachte damit eine neue Klangfarbe ein.
Peter Schenderlein wiederum entfaltete an seinen beiden Keyboards eine beeindruckende Klangvielfalt. Mit flinken Fingern und kreativem
Feingefühl ließ er Harmonien und Soundeffekte entstehen, die jedem Stück eine einzigartige Atmosphäre verliehen.
Unerwartet im abwechslungsreichen Programm
war die entschleunigte Version des Liedes "Alle oder keiner".
Die Originalversionen von Gerhard Gundermann und Neil Young ("Rockin' in the free world") sowie die frühere Fassung von "Thomas Rühmann & Band" waren deutlich rockiger geprägt. Doch diesmal
schlug die Band sanftere, fast schon schüchterne Klänge an. Der ohnehin gesellschaftskritische Liedtext gewann durch die melancholisch anmutende Interpretation eine ganze neue Tiefe.
Zwischen den Songs rezitierte Rühmann kurze Texte, erzählte Anekdoten aus dem Leben oder stellte dem Publikum Fragen aus dem "Fragebogen" des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Mal witzig, mal
zum Nachdenken anregend, mal mit einer gewissen Schärfe in der Stimme oder auch leicht provokant, meistens jedoch mit einem Augenzwinkern. Antworten auf diese Fragen sollten nicht laut geäußert
werden, dennoch entlockte so manche Aussage den Zuhörern ein Lachen oder auch ein erstauntes Raunen, welches den Saal erfüllte.
Besonders in Erinnerung blieb auch die Erzählung Rühmanns über die Jugendzeit seines Vaters. Eine Generation, die als junge Männer in den Krieg ziehen musste. Seinem Vater gelang zu Fuß die
Flucht von Bergen-Belsen bis Magdeburg.
Eine ähnliche Erfahrung verband wohl auch der Schriftsteller Henry-Martin Klemt mit seinem Vater. So enstand ein weiteres "falsches Lied", die Melodie des jungen englischen Singer-Songwriters Ben
Howard "Keep your head up" ließ sich wunderbar mit dem Text der "Ballade vom heimkehrenden Vater" Klemts verknüpfen und die Familiengeschichten der beiden Männer vereinten sich.
Nach gut zwei Stunden Programm und langem, wohlverdienten Applaus stimmte die Band die erste Zugabe an - ein Song, der ganz besonders berührte.
Gerhard Gundermanns "Soll sein", wie gemacht für die Musik von Mumford & Son's "Below my feet". Hierbei hat Rühmann wiederholt sein außergewöhnliches Gespür als "Materialumgeher" unter Beweis
gestellt. Als wäre es nie anders gewesen, verschmolzen die Musik, der deutsche Text und der englische Originaltext zu einem neuen Song. Thomas Rühmann legte die Gitarre aus der Hand und zog das
Publikum mit seiner intensiven Stimme völlig in seinen Bann:
mal weich und gefühlvoll, mal kraftvoll und gewaltig.
Keep the earth below my feet
frag mich nicht wie, 's ist doch nur'n Lied.
Mit nem Lied fange ich erstmal an.
Keep my eyes to serve, my hands to learn.
Am Ende bleibt der Eindruck einer rundum gelungenen musikalischen Lebensreise. Einer Reise, die noch lange nachklingt und wieder einmal bewiesen hat, dass Musik, Kunst und gute
Gespräche ihren Teil zur Lebenshilfe beitragen.
Vielen Dank dafür!
© Kathrin und Vanessa, 2025
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